Bocholt, Mönchengladbach
28.03.2022

Auszeichnungen für interkommunale Zusammenarbeit

Das Land NRW hat fünf Projekte mit dem "Landespreis für innovative interkommunale Zusammenarbeit" ausgezeichnet
  • Stadtübersicht von Bocholt und von Mönchengladbach

Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen hat den "Landespreis für innovative interkommunale Zusammenarbeit" in NRW ausgelobt. Ziel der Initiative ist es, besonders nachahmenswerte oder neuartige Projekte in kommunalen Verwaltungen und politische Gremien herauszuheben. Nun stehen die Preisträgerinnen und Preisträger fest.

Landespreis für innovative interkommunale Zusammenarbeit in NRW

Der Landespreis für Interkommunale Zusammenarbeit wurde in fünf Kategorien durch das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen ausgeschrieben. Die eingegangenen 75 Projektbewerbungen wurden durch eine Jury für die Landespreise ausgewählt. Der Landeswettbewerb wurde tatkräftig durch die Kommunalen Spitzenverbände Städtetag NRW, Landkreistag NRW, Städte- und Gemeindebund NRW, die Kommunalagentur Nordrhein-Westfalen und die landeseigene Förderbank, die NRW.BANK, unterstützt. Pro Kategorie wird ein Preis in Höhe von 10.000 Euro verliehen. Mit dem Landespreis für innovative interkommunale Zusammenarbeit in Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet werden ausschließlich Projekte, an denen mindestens zwei kommunale Kooperationspartner beteiligt sind.

Ausgezeichnet wurden auch interkommunale Projekte aus zwei Mitgliedsstädten des Städtetages NRW - Mönchengladbach und Bocholt.

 

  • Kategorie "Umwelt, Planung und Infrastruktur"

Der Zweckverband Landfolge Garzweiler pflegt eine Interkommunale Zusammenarbeit zur Bewältigung des Strukturwandels im Rheinischen Braunkohlerevier. Als einer von drei Großtagebauen in der Region erstreckt sich der Tagebau Garzweiler über mehrere Gebietskörperschaften in zwei Regierungsbezirken. In diesem Raum nehmen Abbau und Rekultivierung des Tagebaus Garzweiler sowie die spätere Befüllung des Tagebausees einen Zeitraum von mehreren Generationen in Anspruch. Die Stadt Mönchengladbach, die Stadt Erkelenz, die Stadt Jüchen und die Landgemeinde Titz haben bereits vor einigen Jahren erkannt, dass es sinnvoll ist, enger zu kooperieren, um den Herausforderungen des Tagebaus und des damit verbundenen Strukturwandels zu begegnen. Hierzu wurde in 2017 ein gemeinsamer Zweckverband gegründet. RWE Power und die Region Köln Bonn e.V. sind beratende Mitglieder. Im rund 430 Quadratkilometer großen Verbandsgebiet leben circa 335.000 Menschen. Der Zweckverband LANDFOLGE Garzweiler bearbeitet die Themenfelder Landschaft, Gesellschaft, Wirtschaft, Städtebau und Infrastruktur. Er führt die Abstimmung der gemeinsamen Planungen, die gemeinsame Weiterentwicklung der Perspektiven, die Qualitätssicherung, die Wahrnehmung der Aufgaben als weiterer Träger öffentlicher Belange in den gesetzlichen Planungsverfahren und die gemeinsame Flächenentwicklung und Bewirtschaftung durch. Als gemeinsame Strategie wurde in einer bürgernahen Planungswerkstatt das „Drehbuch Tagebaufolge(n)landschaft Garzweiler erarbeitet.

 

  • Sonderpreis "Interkommunale Zusammenarbeit in der Krisenbewältigung"

"CrossFire _ Errichtung eines interkommunalen, grenzüberschreitenden Feuerwehrhauses". Das Projekt basiert auf einer interkommunalen, grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen den Städten Bocholt und Aalten (NL) – gefestigt durch eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung über die grenzüberschreitende Zusammenarbeit - bereits seit dem 13. Spetember 2004 praktiziert. In 2018 wurde die Projektinitiative "CrossFire" durch die Feuerwehr Bocholt initiiert. Hierbei geht es um die Prüfung der Machbarkeit zur Errichtung eines gemeinsamen interkommunalen und internationalen Feuerwehrhauses. Die beiden Feuerwehrhäuser Suderwick und Dinxperlo liegen nur 2,3 km Fahrtstrecke voneinander entfernt. Gemeinsam mit einer Arbeitsgruppe mit Mitgliedern der Städte Bocholt und Aalten, der Feuerwehr Bocholt, der Sicherheitsregion Noord- en Oost Gelderland und dem Ingenieurbüro antwortING wurde das Projekt fortentwickelt. Nicht nur das Projektkonsortium, sondern auch viele andere Beteiligte sehen in einem gemeinsamen Standort der Feuerwehr und der Brandweer eine innovative Lösung, um für die Grenzregion erhebliche Sicherheitsvorteile zu schaffen und gleichzeitig den europäischen Gedanken voranzutreiben. Im Dezember 2021 endete das zweite Projekt "CrossFire2". Verschiedene Arbeitsgruppen und ein Lenkungsausschuss arbeiten derzeit an diesem Projekt mit der Zielsetzung der Realisierung weiter.

Weitere Preisträger sind

  • Kategorie "Kommunale Pflichtaufgaben und Innere Verwaltung": "Rufbereitschaft – Gemeinsam Verantwortung tragen" der Eifelkommunen Blankenheim, Kall, Schleiden und Hellenthal
  • Kategorie "Informationsaustausch und Vernetzung": "Coesfeld 12.0 – Im Kreis gemeinsam digital" - Glasfaserversorgung von rund 85 Prozent
  • Kategorie "Wirtschaftsförderung, Tourismus und Kultur": "Einblick schafft Ausblick" – Kreisweite "Nacht der Ausbildung" – Gemeinschaftsprojekt aller 17 Kommunen im Kreis Borken und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Borken

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