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Münster 17.08.2026

Pilotprojekt: Neues Schleifverfahren für Kopfsteinpflaster

Weniger Lärm, mehr Sicherheit bei Nässe: Die Stadt Münster testet die Vorteile von abgeschliffenem Kopfsteinpflaster.

Historisches Natursteinpflaster gehört zum Straßenbild Münsters. Gleichzeitig können Unebenheiten und abgesackte Steine die Nutzung für den Rad- und Fußverkehr erschweren. Die Stadt Münster erprobt daher ein neues Verfahren, mit dem bestehendes Kopfsteinpflaster bearbeitet und ebener gestaltet werden soll.

Das sogenannte "Grinding"-Verfahren ist bei dem Pilotprojekt im Hansaviertel zum Einsatz gekommen. Die Oberfläche des Natursteinpflasters wurde mit diamantbesetzten Schleifwalzen bearbeitet. Auf diese Weise werden Unebenheiten und Stolperkanten reduziert, ohne das vorhandene Pflaster vollständig auszutauschen.

Historischen Charakter erhalten

Mit dem Verfahren sollen die Straßenoberflächen gleichmäßiger und damit besser nutzbar werden. Gleichzeitig bleibt der historische Charakter des Natursteinpflasters erhalten. Die Oberfläche bleibt leicht rau und soll dadurch auch bei Nässe ausreichend Halt bieten. Zudem können durch die ebeneren Flächen Lärm und Erschütterungen des Kfz-Verkehrs reduziert werden.

Geringere Kosten und kürzere Bauzeit

Auch mit Blick auf Kosten und Bauzeit bietet das Verfahren mögliche Vorteile. Die Kosten für die Erprobung belaufen sich auf rund 95.000 Euro. Eine konventionelle Erneuerung der betroffenen Straßenabschnitte würde nach aktuellen Schätzungen rund 140.000 Euro kosten. Zudem soll die Bauzeit kürzer ausfallen und die Beeinträchtigung des Verkehrs reduziert werden.

Nach Abschluss des Pilotprojekts will die Stadt Münster die Ergebnisse auswerten. Dabei soll geprüft werden, wie sich das Verfahren technisch bewährt und im Alltag angenommen wird. Bei einem erfolgreichen Verlauf ist eine Anwendung auf weitere Straßenabschnitte denkbar.

Das "Grinding"-Verfahren wird bereits seit 2020 im Rahmen des Forschungsprojekts "NUDFA-Reallabor für interkommunale Radverkehrsförderung" erprobt und weiterentwickelt. Nach ersten Anwendungen in Brandenburg und Berlin gehört Münster zu den ersten Kommunen, die das Verfahren unter eigenen Bedingungen testen.

(Quelle: Stadt Münster)