Kampagne “Wissen über Wasser.” gestartet
Aufgrund des Klimawandels erhöht sich die Zahl extremer Wetterereignisse, ganze Straßenzüge können innerhalb kurzer Zeit überflutet werden – mit teils erheblichen Schäden für Häuser, Keller und Eigentum. So genannte “Jahrhunderthochwasser” wie 2021 sind keine Ausnahme mehr.
Die StädteRegion Aachen, die Stadt Aachen und der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) haben eine gemeinsame Aufklärungs- und Informationskampagne gestartet: “Wissen über Wasser.” informiert über Risiken, zeigt konkrete Schutzmöglichkeiten auf und bündelt hilfreiche Kontakte sowie laufende Projekte – von Rückhaltebecken bis hin zu weiteren Vorsorgemaßnahmen.
“Wandernder” Infostand
Eines der Kernstücke ist der “Wissen über Wasser”-Infostand. Hier können sich die Menschen der StädteRegion informieren, erste Ideen und Empfehlungen aufgreifen. Dieser Stand soll durch die Region “wandern” und in den Foyers öffentlicher Gebäude oder bei Messen und Veranstaltungen die Menschen für die Themen Starkregen und Hochwasser sensibilisieren.
Informative Webseite
Das zweite Kernelement ist die Webseite www.wissen-über-wasser.de, auf der Immobilienbesitzerinnen und -besitzer oder Bauherrinnen und -herren ganz konkret erfahren können, ob ihr Haus in einem Risikogebiet steht, was sie an Eigenvorsorge betreiben können oder wie sie sich im Ernstfall verhalten sollen. Informative Hochwasserkarten, konkrete Kontakte, hilfreiche Links oder eine Übersicht zu gemeinsamen Lösungen und Projekten für eine bessere Hochwasser- und Starkregenresilienz – all das und noch mehr findet sich auf der Webseite. Und wer diese Infos lieber griffbereit zu Hause im Regal haben möchte, für den wurden die Infos in einer umfangreichen Broschüre zusammengefasst.
Starkregen als Ursache für Überflutungen kann fast alle treffen
Die Kampagne soll sowohl die Menschen ansprechen, die selbst vor fünf Jahren vom Hochwasser betroffen waren, aber auch die, die vielleicht erst seit Kurzem in einem der Gebiete leben oder bauen. Und für Starkregen als Ursache für eine Überflutung ist nicht einmal ein Bachlauf oder Fluss in der Nähe nötig: Niederschläge von mehr als 25 Millimeter pro Stunde oder mehr als 35 Millimeter in sechs Stunden reichen aus. Sie entstehen oft beim Abregnen massiver Gewitterwolken.
Wenn dann das Wasser nicht schnell genug im Erdreich versickert oder über ein Kanalsystem abgeführt wird, können im Rahmen eines Starkregenereignisses Sturzfluten entstehen. Auch bei ebenen Straßen kann es zu einem Rückstau im Kanalsystem kommen. Teile der Regenmassen suchen sich dann oberirdisch, meist unkontrolliert, ihren Weg über Straßen und Grundstücke, verursachen lokale Überflutungen oder vollgelaufene Keller. Bei Starkregen kann es auch an kleinen Hängen zu Erdrutschen kommen. Es kann also fast alle überall treffen.
Sensibilisierung schon in der Schule
Früh übt sich: Ein weiterer Baustein der Kampagne – der sich derzeit noch im Aufbau befindet – sind Unterrichtsmaterialien passgenau zugeschnitten für die einzelnen Stufen an den Schulen. Denn bereits ab den Grundschulen bis hoch zur Mittelstufe sollen Kinder und Jugendliche für das wichtige Thema sensibilisiert werden und so vielleicht auch zu Multiplikatoren werden.
Lehrpersonal findet auf www.wissen-über-wasser.de zum einen “Musterlehrpläne” für eine komplette Projektwoche inklusive Material- und Medienlisten. In Kooperation mit dem Bildungsbüro der StädteRegion werden zukünftig auch Exkursionen im Rahmen der "Bildungszugabe" zu entsprechenden außerschulischen Lernorten des WVER wie etwa Kläranlagen oder Talsperren angeboten.