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Ausbildungskongress NRW 03.11.2026

Gemeinsam die Berufliche Orientierung weiterentwickeln und stärken

Neun Weiterentwicklungs-Maßnahmen in der Beruflichen Orientierung vereinbart

Die Vertreterinnen und Vertreter des Ausbildungskonsens haben sich im Rahmen eines Spitzengesprächs kürzlich dazu beraten, wie die Berufliche Orientierung für Schülerinnen und Schüler gestärkt werden kann. 

Das Ziel der Weiterentwicklung ist, die Berufliche Orientierung individueller, digitaler, praxisnäher und verbindlicher aufzustellen. Dadurch soll sichergestellt werden, dass kein junger Mensch nach der Schule ohne klare Zukunftsperspektive verbleibt und ein Beitrag zur Fachkräftesicherung geleistet wird. Konkret sind neun Weiterentwicklungs-Maßnahmen in der Beruflichen Orientierung vorgesehen. 

Angesichts veränderter Bedarfe junger Menschen, der Entwicklungen auf dem Ausbildungsmarkt sowie des zunehmenden Fachkräftebedarfs begrüßt der Ausbildungskonsens NRW die Zielsetzung der von der Landesregierung angestoßenen Weiterentwicklung. Im Rahmen des Ausbildungskonsens und unter Einbindung der Partner vor Ort wird die Ausgestaltung der vorgesehenen neun Maßnahmen nun im Detail ausgearbeitet. Danach kann dann die Umsetzung starten. 

Christian Schuchardt, Geschäftsführer Städtetag NRW, Dr. Martin Klein, Hauptgeschäftsführer Landkreistag NRW und Christof Sommer, Hauptgeschäftsführer Städte- und Gemeindebund NRW: 

"Junge Menschen brauchen Orientierung, die zu ihren Stärken, Interessen und ihrer Lebenssituation passt. Deshalb ist es richtig, die berufliche Orientierung weiterzuentwickeln. Die Kommunen sind dabei wichtige Partner: Sie bringen Schulen, Jugendhilfe, Jobcenter, Arbeitsagenturen und Unternehmen vor Ort zusammen und begleiten junge Menschen auf ihrem Weg in Ausbildung und Beruf. Jetzt kommt es darauf an, die geplanten Maßnahmen gemeinsam so auszugestalten, dass sie in der Praxis funktionieren und bei den jungen Menschen ankommen. Dafür werden sich die kommunalen Spitzenverbände im weiteren Prozess des Ausbildungskonsenses einbringen."

Zur vollständigen Pressemitteilung des Landes

Die geplanten Maßnahmen der Landesregierung im Überblick

berufswahlapp

Mit der berufswahlapp wird ein landeseinheitliches digitales Portfolioinstrument für die Berufliche Orientierung eingeführt.

BOaktiv

Mit “BOaktiv” wird ein digital unterstütztes Kompetenzfeststellungs- und Förderinstrument eingeführt werden. Die Standortbestimmung erfolgt künftig auf Grundlage von BOaktiv unmittelbar in der Schule und wird als Bestandteil des schulischen BO-Prozesses ausgestaltet.

Erweiterte Standortbestimmung zu Beginn des BO-Prozesses

Schülerinnen und Schüler sollen künftig "ganzheitlicher" mit ihren Kompetenzen und Interessen in den Blick genommen werden. Dazu werden das Kompetenzprofil aus BOaktiv und weitere Quellen wie z. B. Lernstandserhebungen, aber auch Beobachtungen der Lehrkräfte für die Standortbestimmung im Rahmen der Beruflichen Orientierung herangezogen.

BO-Stunde

Die Berufliche Orientierung soll künftig überwiegend in der Schule stattfinden. Um den Schulen für diese Aufgabe Raum zu geben, ist beabsichtigt in den Jahrgängen 8, 9 und 10 eine BO-Stunde pro Woche verbindlich einzuführen. 

Ausbau von Elternbeteiligung

Da Eltern wichtige Partner im Berufswahlprozess sind, wird die Elternarbeit künftig intensiviert. Schulen bieten bereits zu Beginn und dann durchgehend Angebote für Eltern an und gestalten diese gemeinsam mit den Partnern – insbesondere unter Beteiligung der Berufsberatung (z. B. gemeinsame Veranstaltung in der Jugendberufsagentur).

Ausbau und Flexibilisierung der Praxisphasen

Die Praxisphasen werden flexibilisiert und insgesamt um ein Drittel ausgebaut.

Ausweitung von Beratung

Die Beratung der Schülerinnen und Schüler wird künftig an zentralen Haltepunkten im Berufsorientierungsprozess verbindlich intensiviert.

Ausbildungsvorbereitung am Berufskolleg

Schülerinnen und Schüler in den Ausbildungsvorbereitungsklassen der Berufskollegs sollen künftig intensiver begleitet und unterstützt werden.

Jugendberufsagentur

Es ist das Ziel, Jugendberufsagenturen künftig als verbindliche Kooperationsstruktur flächendeckend zu etablieren.

Hintergrund Ausbildungskonsens NRW

Der Ausbildungskonsens Nordrhein-Westfalen ist das Spitzengremium von Landesregierung, Wirtschaft, Gewerkschaften, Kammern und Freien Berufen, der Bundesagentur für Arbeit und den Wohlfahrts- sowie den Kommunalen Spitzenverbänden, das wichtige Weichenstellungen im Bereich Berufliche Orientierung, Ausbildung und Fachkräftesicherung legt.