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Städtetag Nordrhein-Westfalen



 
07. 05. 2020

NRW-Städte befürworten stufenweise Lockerungen und regionale Entscheidungen - Bessere Vorbereitung der Bundesliga gefordert

Städtetag NRW nach den Beschlüssen von Bund und Ländern
 

Der Städtetag Nordrhein-Westfalen hält es für richtig, dass Bund und Länder mit ihren gestrigen Beschlüssen den Menschen Perspektiven aufzeigen, wie eine stufenweise Rücknahme der Beschränkungen aufgrund des Coronavirus möglich ist. Die Städte unterstützen auch, dass regionalen Entscheidungen künftig große Bedeutung zukommen soll.

 

Das Konzept der Deutschen Fußball Liga (DFL) zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der Bundesliga reicht nach Auffassung der NRW-Städte nicht aus und muss nachgebessert werden. Das machte der Vorsitzende des Städtetages Nordrhein-Westfalen, Hamms Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann, nach einer Telefonkonferenz des Vorstands deutlich.
 

Hunsteger-Petermann: "Die Menschen in Deutschland haben in den zurückliegenden Wochen viel Einsicht und Disziplin bewiesen. Gemeinsam ist es gelungen, das Infektionsgeschehen zurückzudrängen. Nun ist es möglich, stufenweise Beschränkungen zurückzunehmen. Das wird den Menschen guttun und unsere Städte wieder lebendiger machen. Aber klar ist natürlich: Wir müssen alle weiterhin verantwortungsvoll mit sozialen Kontakten umgehen und Hygiene- und Abstandsregeln einhalten. Die Corona-Pandemie wird uns alle noch längere Zeit weiter beschäftigen."
 

Dass künftig regionale Entscheidungen eine größere Rolle spielen sollen, kommentierte Hunsteger-Petermann so: "Wir sind in der Lage, regional und lokal zu entscheiden. Wenn die Zahl der Neuinfektionen über die vorgesehene Grenze von 50 pro 100.000 Einwohner steigt, werden die Gesundheitsämter handlungsfähig sein. Wenn dann Lockerungen möglicherweise rückgängig gemacht werden müssen, kann durch die regionale Verantwortung so flexibel entschieden werden, wie es im weiteren Verlauf dieser Pandemie wohl nötig sein wird. Damit wird bei einem lokal begrenzten Ausbruch nur dort oder in der Region gehandelt und nicht gleich landes- oder bundesweit. Dabei ist wichtig, sich regional und auch überregional abzustimmen. Das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben kann dann außerhalb dieser Region weiterlaufen."
 

Fußball-Bundesliga besser vorbereiten
 

Die Städte in NRW fordern die Deutsche Fußball Liga (DFL) auf, ihr Konzept für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs nachzubessern. Ansammlungen von Fangruppen vor den Stadien müssen verhindert werden. Für den Breiten- und Freizeitsport erwarten die Städte vom Land zügig ein abgestimmtes und differenziertes Öffnungsszenario.
 

Nach dem Beschluss von Bund und Ländern kann der Spielbetrieb der Fußballbundesliga unter Auflagen in der zweiten Maihälfte wieder aufgenommen werden. Der Städtetagsvorsitzende forderte: "Wir rechnen damit, dass sich Fans vor den Stadien treffen, wenn der Spielbetrieb mit Geisterspielen wiederaufgenommen wird. Deshalb muss die Deutsche Fußball Liga (DFL) ihr Konzept nachbessern. Wir brauchen Antworten, wie die Vereine das Stadionumfeld noch stärker in den Blick nehmen werden und Ansammlung von Fangruppen vor den Stadien verhindern wollen. Dafür müssen die Vereine deutlich mehr Ordnungspersonal einsetzen, vor allem bei Partien mit erfahrungsgemäß hohem Publikumsaufkommen. Und den Fans muss klar sein, dass Abstand- und Hygieneregeln auch in ihren angestammten Fanlokalen gelten. Die Kontrolle kann nicht allein der Bundes- und Landespolizei und den Städten zugeschoben werden."

 

Das Konzept der DFL dürfe sich nicht nur auf den Infektionsschutz im Stadion oder auf der Unterbringung und häuslichen Hygiene der Spieler konzentrieren. Nötig sei im Vorfeld eine effektive Koordination zwischen den Bundesligavereinen als Veranstalter, den Polizeien und den Städten. Denn die Verantwortung für die Genehmigung und die Erteilung von Auflagen für jedes einzelne Bundesligaspiel liege bei den örtlichen Gesundheitsbehörden.
 

Für den Breiten- und Freizeitsport unterstützen die Städte grundsätzlich eine schrittweise Lockerung der coronabedingten Beschränkungen. Sie erwarten vom Land aber, dass offene Fragen geklärt werden. Hunsteger: "Die Städte wissen, dass sich viele Menschen danach sehnen, wieder in ihren Vereinen und in Gemeinschaft sportlich aktiv zu sein. Allerdings gibt es noch eine Reihe von offenen Fragen zu klären, vor allem im Hinblick auf den Infektionsschutz."

 

 

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