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Städtetag Nordrhein-Westfalen



 
28. 12. 2016

Theaterlandschaft und Orchester schützen und erhalten – Landesanteil an Betriebskosten deutlich anheben

Der Städtetag Nordrhein-Westfalen fordert das Land auf, stufenweise deutlich mehr Geld für die Finanzierung der Stadttheater und Orchester im Land bereitzustellen. Ohne eine angemessene Landesförderung in den kommenden Jahren sei der heutige Umfang der Theaterlandschaft gefährdet. Deshalb müsse sich das Land mindestens zur Hälfte an den Mehrkosten beteiligen, die es durch Tarif- und Preissteigerungen gebe. Damit es mittelfristig zu einer besseren Finanzierung kommt, schlägt der Städtetag Nordrhein-Westfalen dem Land ein Modell zur Theaterfinanzierung vor, das der kommunale Spitzenverband in Zusammenarbeit mit Intendanten der Stadttheater entwickelt hat.

 

Zur aktuellen Fördersituation sagte der Geschäftsführer des Städtetages Nordrhein-Westfalen, Helmut Dedy: "Das Land Nordrhein-Westfalen fördert die Stadttheater in einem sehr geringen Umfang, das zeigt der Ländervergleich deutlich. Während andere Bundesländer für die Stadttheater 25 bis 58 Prozent an Förderung übernehmen, gibt NRW gerade einmal 5 Prozent zum Betriebskostenzuschuss. Um dieser Unterfinanzierung zu begegnen, sollte das Land seine Theaterförderung schrittweise mittelfristig auf mindestens 20 Prozent erhöhen. So könnte die Finanzierung der städtischen Theater und Orchester spürbar stabilisiert werden." Der Städtetag NRW schlage vor, sein Modell zur Theaterfinanzierung in der gemeinsamen Theaterkonferenz von Land und Kommunen zu erörtern.

 

Derzeit fördert das Land die städtischen Theater und Orchester mit etwa 19 Millionen Euro jährlich. Den bisher letzten spürbaren Anstieg der Landesförderung gab es im Jahr 2011. Die seinerzeitige Erhöhung um 4,5 Millionen Euro wurde jedoch durch die allgemeine Teuerung und gestiegene Tarife längst aufgebraucht. Weil das Geld schon länger knapp ist, hat es bei den meisten der 18 Stadttheater und 15 kommunalen Orchestern in NRW erhebliche Einschnitte im Programm und beim Personal gegeben. Diese Situation ist auch deshalb bedauerlich, weil Theater und Orchester Leuchttürme der kommunalen Kultur sind.

 

"Die kulturelle Bedeutung von Stadttheatern und Orchestern reicht weit über die Stadtgrenzen hinaus. Sie tragen mit rund 5 Millionen Besucherinnen und Besuchern, mit rund 12.000 Arbeitsplätzen und Gastverträgen und mit ca. 12.000 Veranstaltungen jährlich maßgeblich zur wirtschaftlichen Entwicklung in Städten und Regionen bei. Eine weitere Destabilisierung von Theatern und Orchestern oder gar Theaterschließungen könnten dagegen eine Art „Rutschbahneffekt" auslösen und für einen Rückgang von Kulturangeboten insgesamt sorgen", warnt Dedy.

 

Nach dem Vorschlag des Städtetages NRW käme das Land mittelfristig zu einer Erhöhung seiner Beteiligung an den Betriebskosten der Stadttheater und Orchester von derzeit rund 5 Prozent auf mindestens 20 Prozent. Das vom Städtetag NRW vorgeschlagene Verfahren knüpft an Finanzierungsmodelle an, die bereits in anderen Aufgabenfeldern von Land und Kommunen gemeinsam vereinbart wurden und praktiziert werden, beispielsweise die KIBIZ-Finanzierung oder die Finanzierung der Offenen Ganztagsschule (OGS). Dabei sind jährliche Dynamisierungen in Höhe von 3 Prozent vorgesehen, die je zur Hälfte von Land und Kommunen getragen werden.

 

Hintergrund: Nordrhein-Westfalen verfügt mit 26 Theaterunternehmen und 22 Konzertorchestern über eine vielfältige und in Europa einzigartige Theater- und Orchesterlandschaft. Gemeinsam mit den Landestheatern, etwa 130 Bespieltheatern sowie einer lebendigen und innovativen freien Szene haben die Stadttheater und städtischen Orchester einen maßgeblichen Anteil an der kulturellen Identität in den Städten und in den Regionen sowie am kulturellen Gesamtangebot in Nordrhein-Westfalen. Auch die Bespieltheater und die Freien darstellenden Künste in den Städten und Gemeinden bedürfen einer verbesserten Förderung.

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