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Städtetag Nordrhein-Westfalen



 
11. 07. 2013

Ausbau der Kinderbetreuung mit enormen Fortschritten – gleichzeitig weitere Anstrengungen nötig und geboten

Städtetag NRW zur U3-Erhebung des Statistischen Bundesamtes
 

Die Betreuungszahlen des Statistischen Bundesamtes belegen nach Einschätzung des  Städtetages Nordrhein-Westfalen eindrucksvoll die enorme Kraftanstrengung der nordrhein-westfälischen Städte beim Ausbau der Betreuungsplätze in Kinder­tageseinrichtungen und in der Tagespflege. Gleichwohl müssen und werden gerade in den Großstädten in Nordrhein-Westfalen die Ausbauanstrengungen weitergehen. Die langfristige Entwicklung und der wachsende Bedarf erfordern aber auch von Bund und Ländern Sicherheiten bei der dauerhaften Finanzierung, betonte der Vorsitzende des Städtetages NRW, Oberbürgermeister Norbert Bude aus Mönchengladbach.

 

"In den vergangenen 12 Monaten stieg die Anzahl der Kinder unter 3 Jahren in öffentlich geförderter Kindertagesbetreuung in NRW um deutlich mehr als 8.000. Daran lässt sich der enorme Krafteinsatz der NRW-Städte eindrucksvoll ablesen. Der Ausbau der U3-Betreuung hatte und hat oberste Priorität. Wir gehen davon aus, dass die Betreuungsquote zum 1. August 2013 nochmals deutlich gesteigert werden kann. Denn zum Beginn des neuen Kindergartenjahres am 1. August 2013 kommen viele neue Plätze hinzu. Trotz der Erfolge werden aber auch mancherorts Lücken bei der Kinderbetreuung bleiben. Schwierig ist es vor allem in einigen Groß- und Universitätsstädten. Hier ist der Bedarf sehr hoch und liegt mit über 50 Prozent weit über dem vom Bund angenommenen Durchschnitt von 39 Prozent."

 

Die vom Statistischen Bundesamt veröffentlichen Zahlen zum Ausbau der Kinder­betreuung spiegeln nur die Situation am 1. März 2013 wieder. Viele weitere  Betreuungsmöglichkeiten sind seither noch zusätzlich entstanden. Weitere Einrichtungen sind zudem in der Planungs- und in der Bauphase. Gleichzeitig verzeichnen die Städte eine ständig ansteigende Nachfrage, weshalb in vielen Städten Ausbauprogramme für die nächsten Jahre fest verabschiedet wurden.

 

"Die Ausbauanstrengungen der Städte werden nach dem 1. August 2013 weitergehen. Die Schaffung von Angeboten in der Kindertagesbetreuung bleibt in den Städten eine vorrangige Aufgabe. Mit dem Angebot an qualitativ ansprechenden Betreuungsangebote steigt derzeit vielerorts noch die Nachfrage der Eltern nach Betreuung. Deshalb müssen sich Bund und Land auch langfristig und entsprechend dem Bedarf an Investitions- und Betriebskosten beteiligen. Nur so lässt sich die anspruchsvolle Aufgabe der U3-Betreuung zur Zufriedenheit aller bewältigen", so Städtetagsvorsitzender Norbert Bude.

 

Die Städte versuchen alles, den Eltern ihre Betreuungswünsche zu erfüllen und das Platzangebot auch schnellstmöglich weiter zu erhöhen. Wo jetzt noch Plätze fehlen oder erst mit leichter zeitlicher Verzögerung bereit stehen, suchen die Städte gemeinsam mit den Eltern nach individuellen Lösungen und bemühen sich, Übergangszeiten passend zu überbrücken. Dabei ist es den Städten wichtig, dass bei allen Ausbauanstrengungen die hohe Qualität der Angebote nicht leidet. Notwendig ist dafür auch eine ausreichende Anzahl an qualifiziertem Betreuungspersonal, die vorhanden sein muss.

 

Typische Beispiele für die Ausbauanstrengungen von Städten in NRW

 

Essen: Ausgehend von gut 2.000 Plätzen (Versorgungsquote 14,7 Prozent) im Kindergartenjahr 2008/2009, die größtenteils in öffentlich geförderten Kinder­tageseinrichtungen und Kindertagespflege, zu geringen Teilen aber auch in geförderten Spiel- und Fördergruppen und nicht geförderten privat-gewerblichen Angeboten vorgehalten wurden, wird im Kindergartenjahr 2013/2014 mit insgesamt 4.711 Plätzen eine Versorgungsquote von 34,7 Prozent aller Kinder unter drei Jahren erreicht. Bis zum Kindergartenjahr 2015/2016 soll mit 5.448 Plätzen eine Versor­gungsquote von 40 Prozent gesichert werden.

 

Köln: Ausgehend von knapp 5.700 öffentlich geförderten U3-Plätzen im Kinder­gartenjahr 2008/09 (Versorgungsquote 21%) werden im Laufe des Kindergarten­jahres 2013/2014 insgesamt 11.933 öffentlich geförderte U3-Plätze zur Verfügung stehen und damit eine Versorgungsquote von 41 Prozent bezogen auf alle unter dreijährigen Kinder erreicht. Ein weiterer Ausbau soll folgen, gegenwärtig wird eine Zielquote von 50 Prozent als nächster Ausbauschritt diskutiert.

 

Bonn: Ausgehend von gut 1.500 Betreuungsplätze für Kinder von vier Monaten bis drei Jahren in öffentlich geförderten Kindertageseinrichtungen und in Tagespflege zum 1. August 2008 (Versorgungsquote 19 Prozent) wird zum 1. August 2013 mit insgesamt 3.348 Plätzen eine Versorgungsquote von 40,3 Prozent erreicht. Der Bonner Stadtrat hat bereits eine Ausbauplanung bis 2018 von 50 Prozent beschlossen.

 

Düsseldorf: Ausgehend von gut 3.500 Plätzen (Versorgungsquote 21,9 Prozent) zu Beginn des Kindergartenjahres 2008/2009, die größtenteils in öffentlich geförderten Kindertagesstätten und Tagespflege, zum geringeren Teil aber auch in geförderten Spielgruppen und in nicht geförderten Tageseinrichtungen angeboten wurden, wird zum 1. August 2013 mit insgesamt mindestens 6.613 Plätzen eine Versorgungsquote von 38,3 Prozent erreicht. Bis zum Ende des Kindergartenjahres 2013/2014 werden sogar rd. 7.300 Plätze zur Verfügung stehen, was einer Versorgungsquote von 41,5 Prozent aller Kinder unter drei Jahren entspricht. Der Ausbau wird in den nächsten Jahren unvermindert fortgesetzt. Wenn der Bedarf bestätigt wird, ist eine Versorgungsquote von 60 Prozent in den nächsten Jahren angestrebt. Durch den bereits erfolgten Ausbau der offenen Ganztagsschulen wurde bereits eine Versorgungsquote von 63 Prozent der Kinder von 6 bis 10 Jahren gesichert.

 

Bielefeld: Ausgehend von 1.320 Betreuungsplätzen in Kindertageseinrichtungen und Tagespflege für Kinder unter 3 Jahren (Versorgungsquote 16 Prozent) im Jahr 2008 wird zum 1. August 2013 mit 3.514 Plätzen in Kindertageseinrichtungen und Tagespflege eine Versorgungsquote von knapp 44 Prozent erreicht (berechnet auf der Basis neuer Bevölkerungsprognosen). Derzeit können die Bedarfe der Eltern – auch unterjährig – gedeckt werden, bei steigenden Anmeldezahlen werden jedoch mittelfristig zusätzliche Plätze geschaffen. Durch den bereits erfolgten Ausbau der offenen Ganztagesschulen wurden 6.000 Betreuungsplätze für Grundschulkinder in Bielefeld geschaffen.

 

Mönchengladbach: Ausgehend von 129 Betreuungsplätzen in Kindertagesein­richtungen und Tagespflege für Kinder unter 3 Jahren (Versorgungsquote 2,2 Prozent) im Jahr 2007 wird zum 1. August 2013 mit 1.761 Plätzen in Kindertageseinrichtungen und Tagespflege eine Versorgungsquote von 34,8 Prozent erreicht. Im kommenden Kindergartenjahr werden durch die Fertigstellung von zwei weiteren Kitas und LENA-Tagespflegegruppen insgesamt 1.866 Plätze für U3-Kinder (Versorgungsquote 36,9 Prozent) erreicht. Derzeit können die Bedarfe der Eltern gedeckt werden. Bei zu erwartenden steigenden Nachfragen werden auch zukünftig weitere Betreuungsplätze geschaffen. 

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