Reaktion auf sinkende Schülerzahlen und veränderte Schulwahl
Der Städtetag Nordrhein-Westfalen spricht sich für flexible Regelungen zur Schulorganisation aus. Die Städte sollen künftig selbst über die örtliche Schulstruktur entscheiden können, um auf sinkende Schülerzahlen und das veränderte Schulwahlverhalten der Eltern passgenau reagieren zu können. Dazu sollen die Städte über die Grundschulen hinaus stärker als bisher Verbundschulen bilden dürfen und die weiterführenden Schulen zu Sekundarschulen zusammenfassen können. Das Gymnasium soll dabei unverändert bestehen bleiben.
"Es geht uns nicht darum, ein Strukturmodell einfach durch ein anderes zu ersetzen und die Kommunen darauf zu verpflichten. Den kommunalen Schulträgern sollen vielmehr zeitnah flexible Möglichkeiten eröffnet werden, um mehr Bildungschancen für alle realisieren und das Schulsystem insgesamt durchlässiger gestalten zu können. Die kommunalen Bildungsangebote sollen für alle Kinder und Jugendlichen bestmögliche individuelle Zukunftschancen ermöglichen." Das erklärte heute der Vorsitzende des Städtetages NRW, der Oberbürgermeister von Mönchengladbach, Norbert Bude, anlässlich einer Sitzung des Schul- und Bildungsausschusses des Städtetages NRW in Düsseldorf, zu der die bildungspolitischen Sprecher der Landtagsfraktionen eingeladen waren.
Der Städtetag Nordrhein-Westfalen hat seine Vorstellungen in einem Positionspapier formuliert, das vom Vorstand des Verbandes beschlossen wurde mit folgenden konkreten Vorschlägen:
- Erweiterung der Möglichkeiten zur Bildung von Verbundschulen im Bereich der Haupt- und Realschulen: "Sekundarschule" in kooperativer, integrierter oder teilintegrierter Form. Das heißt, im Falle einer integrierten Zusammenfassung von Haupt- und Realschulen würde gemeinsamer Unterricht in allen Altersstufen stattfinden oder bei teilweise integrierter Organisationsform z.B. nur in den Jahrgangsstufen 5 bis 8.
sowie
- Option für einen Zusammenschluss der drei Schulformen Hauptschule, Realschule und Gesamtschule ("erweiterte Sekundarschule") und damit Weiterentwicklung der örtlichen Schullandschaft zum Zwei-Säulen-Modell, bestehend aus erweiterter Sekundarschule und Gymnasium.
"Mit dem Positionspapier des Städtetages NRW ist es gelungen, parteiübergreifend pragmatische Lösungen zu entwickeln, wie die Schullandschaft vor Ort aufgestellt werden kann. Wir glauben, dass sich so ein wohnortnahes, qualitativ hochwertiges Schulangebot leichter gewährleisten lässt. Dabei geht es uns darum, den Städten die Möglichkeit zu geben, ihren konkreten Verhältnissen Rechnung zu tragen", so Bude. Es solle Entscheidungsspielraum bestehen, ob eine Stadt Sekundarschulen neben Gesamtschulen und Gymnasien errichte oder Gesamtschulen in die Sekundarschulen integriere und so ein Zwei-Säulen-Modell schaffe oder die örtliche Schulorganisation weitgehend so belasse wie sie ist – unter Einschluss von Hauptschulen.
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