Zum 27. Mal traf sich am vergangenen Wochenende die Deutsche Dante-Gesellschaft in Krefeld. Die Sitzung, die insgesamt 60. der Gesellschaft, fand in diesem Jahr vor der historischen Kulisse des Uerdinger Rathauses statt. Seit 1947 ist dieser Kongress, jeweils im Wechsel mit anderen Städten, in Krefeld zu Gast. Gegründet wurde die Gesellschaft allerdings schon 1865 vom Wettiner-König Johann von Sachsen in Dresden und ist somit die älteste aller bestehenden Dante-Vereinigungen. Alle drei Jahre haben das Krefelder Stadtarchiv und sein Direktor Paul-Günter Schulte die ehrenvolle Aufgabe, den Kongress der Dante-Gesellschaft in der Seidenstadt zu organisieren, die 1947 der damalige Bibliotheksdirektor Friedrich Schlüter nach Krefeld geholt hatte.
Die Jahrestagung bot den Teilnehmern ein interdisziplinäres Vortragsprogramm unter dem Titel "Paradiso – Paradiesvorstellungen der Dante-Zeit", das sich literarischen, historischen, philosophischen, kultur- und rezeptionsgeschichtlichen sowie anderen Problemen widmete, denen eine über die Dante-Interpretation hinausgehende Bedeutung zukommt. Nach einer Vorstandssitzung am Freitag eröffnete der Präsident der Deutschen Dante-Gesellschaft, Professor Dr. Winfried Wehle, am Samstag die Jahrestagung im Rathaus Uerdingen. Anschließend folgten mehrere Vorträge.
Am Samstagabend fand erstmals die Verleihung des "Dante-Preises der Stadt Krefeld" statt. Den mit 1 500 Euro dotierten Preis, der junge Künstler ehren soll, die sich in ihren Arbeiten mit Dante befassen, hat die Stadt Krefeld der Dante-Gesellschaft gestiftet. Erste Preisträgerin ist Barbara Stoltz, die Herausgeberin einer Dante-Illustration ist. Abends gab es ein der Dante-Zeit nachempfundenes Mahl von Koch Yves Choppelain. Serviert wurde eine Kürbissuppe, ein "ambrosianisches Huhn" sowie ein mit Honig gesüßter Bratapfel zum Nachtisch nach Rezepten des 14. Jahrhunderts. Den Sonntag nutzten die Tagungsteilnehmer für eine Exkursion zum Dom nach Essen, um dort den "Paradieseingang" zu besichtigen.
Die Gesellschaft will sich in einem Arbeitskreis außerdem dafür einsetzen, dass in Krefeld ein Platz nach Dante benannt wird. Ihr Ziel ist es, die Stadt Krefeld mehr in die Patenschaft einzubinden. Ein Denkmal zu Dantes Ehren gibt es bereits in der Seidenstadt: Die Statue, die am 17. Oktober 1965 in der Stadtbücherei aufgestellt worden war, befindet sich zurzeit im Foyer des Krefelder Stadttheaters und beobachtet die Bauarbeiten zur neuen Mediothek. Entworfen hatte sie der Künstler Giannino Castiglioni. Wenn die Mediothek fertig gestellt ist, soll das Denkmal wieder einen Ehrenplatz dort erhalten.
(Pressedienst der Stadt Krefeld vom 8.10.2007)
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