Die Rolle der Städte deutlich zu machen und ihren Problemen und Erfahrungen Gehör zu verschaffen: Das erhofft sich Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann von der Bürgermeisterkonferenz zur Frühwarnung vor Naturkatastrophen, die am Sonntag, 26. März, im Alten Rathaus in Bonn stattfand. 40 Bürgermeister und Vertreter von Städten aus mehr als 20 Ländern schilderten ihre Probleme und tauschten ihre Erfahrungen aus. Bürgermeister Juan del Granado aus La Paz wurde beauftragt, die Deklaration der Bürgermeister dem Plenum der internationalen Konferenz zur Frühwarnung vor Naturkatastrophen (EWC III), die von 27. bis 29. März in Bonn tagt, vorzutragen.
In La Paz droht bei starkem Regen ein dicht besiedelter Hang abzurutschen, die Bevölkerung von Kabul wird immer wieder von Erdbeben erschüttert, die Menschen in San Fernando auf dem Philippinen leiden unter Taifunen und die Kölner bekommen durch Vater Rhein immer wieder nasse Füße - heftige Naturereignisse können sich schnell zu Katastrophen ausweiten. Betroffen sind meist die Bewohner von Städten und Dörfern. Dies ist um so bedeutsamer, als in 20 Jahren 80 Prozent der Weltbevölkerung in Großstädten leben werden. Viele der Großstädte liegen in Risikogebieten, z. B. Istanbul, für das innerhalb der nächsten 30 Jahre ein Erdbeben sehr großen Ausmaßes prognostiziert wird. Hier gilt es, Vorsorgemaßnahmen zu treffen und die Menschen vorzubereiten, damit sie sich im Katastrophenfall richtig verhalten.
"Die Kommunen haben eine besondere Verantwortung, um ihre Bürgerinnen und Bürger vor den schlimmen Folgen von Naturereignissen zu schützen und auch um sie darauf vorzubereiten", so Frau Dieckmann. "Dazu muss man uns anhören und mitreden lassen, wenn es um Katastrophenprävention geht." Als Vorsitzende des Weltbürgermeisterrates zum Klimawandel sei ihr dies ein besonderes Anliegen.
Mit Juan del Granado nahm ein Stadtoberhaupt aus einer der Bonner Projektpartnerschaften teil. Seit 1999 arbeiten beide Städte in verschiedenen Bereichen zusammen. Beim letzten Besuch des Bürgermeisters von La Paz hatte die Stadt ihn in Kontakt mit dem DKKV, der UNU-EHS und der Frühwarnplattform gebracht. Daraus war ein Projektvorschlag entstanden, den Juan del Granado auf der EWC III vorstellt.
Die Bürgermeisterkonferenz war von der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt bei InWent und der Stadt Bonn organisiert worden.