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NRW-Städte fordern bessere Bedingungen für Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder – Mehr Fachkräfte gewinnen

Die Städte in Nordrhein-Westfalen fordern das Land auf, die Bedingungen für den Ausbau der Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder zu verbessern. Nur dann könnten die Pläne von Bund und Ländern für einen Rechtsanspruch zur Zufriedenheit der Eltern und Kinder umgesetzt werden. Weil zahlreiche Erzieherinnen und Erzieher fehlen, müsse eine Ausbildungsinitiative für mehr Fachpersonal angepackt werden. Der Städtetag NRW empfiehlt dem Land außerdem, den geplanten Rechtsanspruch schrittweise und gestaffelt nach Altersstufen zu verwirklichen.

 

Der Vorsitzende des Städtetages Nordrhein-Westfalen, der Bielefelder Oberbürgermeister Pit Clausen, sagte nach einer Vorstandssitzung: "Eltern und Kinder erwarten für die Grundschule auch nachmittags eine gute Betreuung und Bildung mit qualifiziertem Personal. Die Ganztagsangebote in Schulen auszubauen und viele Plätze neu zu schaffen, erfordert einen gewaltigen Kraftakt von allen Beteiligten."

 

Die Städte befürworten den Ausbau der Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder. Viele Schulen müssen für die offenen Ganztagsangebote umgebaut, Räume neu ausgestattet und genügend Personal gewonnen werden. Das sei flächendeckend nicht überall bis 2025 zu schaffen.

 

Die Städte plädieren dafür, den geplanten Rechtsanspruch schrittweise einzuführen und im Schulrecht des Landes zu verankern. Clausen erläuterte: "Wir empfehlen dem Land, sich beim Rechtsanspruch für einen schrittweisen Ausbau der vorhandenen Angebote zu entscheiden. Der Betreuungsanspruch sollte frühestens 2025 für Schulkinder in der ersten Klasse greifen und die weiteren Klassen sollten dann Jahr für Jahr folgen. Weil noch viel Personal fehlt, müssen wir auch über die Betreuungszeiten sprechen. Ein Angebot an allen Wochentagen bis in den späten Nachmittag hinein wird nicht überall gleich zu Beginn möglich sein. Außerdem brauchen wir dringend eine Ausbildungsinitiative für Erzieherinnen und Erzieher."

 

Die Städte begrüßen, dass für den Ganztagsausbau in NRW jetzt über 150 Millionen Euro Bundesmittel zur Verfügung stehen. Rasch geklärt werden müssten aber zwischen Land und Kommunen noch die Einzelheiten: "Diese Mittel sollten vor allem dahin fließen, wo der Bedarf am höchsten ist, also zum Beispiel nach Schülerzahlen in den Grundschulen. Damit die Städte die Mittel in der kurzen Frist im kommenden Jahr umsetzen können, brauchen die Städte vom Land zügig eine einfache Förderrichtlinie. Diese sollten auch strukturschwache Städte nutzen können, die nur geringe oder keine Eigenanteile aufbringen können", so Clausen. Im Übrigen müsse die Landesregierung die finanzielle Verantwortung für einen Rechtsanspruch übernehmen.

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