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Städtetag Nordrhein-Westfalen



 
08. 01. 2016

Städte beim Schulbesuch von Flüchtlingskindern mehr unterstützen – Integration darf nicht von Haushaltslage der Kommune abhängen

Städtetag Nordrhein-Westfalen appelliert an das Land

Der Städtetag Nordrhein-Westfalen fordert das Land auf, die Städte im Jahr 2016 stärker beim Schulunterricht für Flüchtlinge zu unterstützen. Der Vorsitzende des Städtetages Nordrhein-Westfalen, Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann aus Hamm, erklärte: "Wer möchte, dass die Integration von Bürgerkriegsflüchtlingen und anerkannten Asylbewerbern in unsere Gesellschaft gelingt, der muss auch für eine erfolgreiche Aufnahme der Flüchtlingskinder in unser Schulsystem sorgen. Dafür unternehmen die Kommunen große Kraftanstrengungen. Die Aufgabe ist jedoch immens, gerade für Städte mit angespannter Haushaltslage. Deshalb muss das Land die Städte hier gezielter und intensiver unterstützen. Ob die schulische Integration von Flüchtlingen erfolgreich ist, darf nicht von der Haushaltslage der jeweiligen Kommune abhängen."

 

Für die Schulen im Land sei die Integration neben der Inklusion von Kindern mit Behinderungen und dem Ganztagsausbau die dritte große Bewährungsprobe. "Das vom Land angekündigte Städtebau-Sonderprogramm zur Integration von Flüchtlingen in Höhe von 72 Millionen Euro für Investitionen in Kitas, Jugendtreffs, Schulen und Sporteinrichtungen geht in die richtige Richtung. Angesichts steigender Schülerzahlen brauchen wir allerdings für die Schulen deutlich mehr Mittel vom Land – für neue Schulräume, für eine geeignete Ausstattung, für pädagogisch geeignetes Lehr- und Lernmaterial und für die Fortbildung des Personals. Dringend nötig sind außerdem mehr Lehrer insbesondere mit der Qualifikation für Deutsch als Fremdsprache bzw. Deutsch als Zweitsprache, mehr Sozialpädagogen, mehr Schulpsychologen und auch Dolmetscher", sagte Hunsteger-Petermann weiter. Außerdem sollte das Land baurechtliche Erleichterungen, die bereits für die Flüchtlingsunterkünfte gelten, auch befristet für Schulbauten zulassen. Damit ließen sich beispielsweise kurzfristig bestehende städtische Gebäude leichter als Schulraum nutzen oder mobile Unterkünfte für den Schulunterricht einsetzen.
 
Der Städtetag Nordrhein-Westfalen begrüßt ausdrücklich, dass das Land im Rahmen des 3. Nachtragshaushalts 2.625 Stellen für zusätzliche Lehrerinnen und Lehrer geschaffen hat. "Leider ist aber schon heute klar, dass die Lehrereinstellungen nicht ausreichen, um der Vielzahl der Flüchtlings- und Asylbewerberkinder im erforderlichen Umfang Schulunterricht anbieten zu können. Deshalb sollten unbürokratisch alle Möglichkeiten genutzt werden, um rasch auch Lehramtsstudenten, Studienreferendare, pensionierte Lehrkräfte, geeignete Quereinsteiger sowie ehrenamtliche Kräfte in den aktiven Schuldienst zu holen. Bildung für Flüchtlinge muss darüber hinaus stärker als bisher in der Lehreraus- und Lehrerfortbildung verankert werden", so der Städtetagsvorsitzende abschließend.

 

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